top of page

Palais Liechtenstein (Stadtpalais), Wien – Restaurierung der intarsierten Tafelparkette

Die in den repräsentativen Räumen des Palais Liechtenstein erhaltenen, hochqualitativen intarsierten Tafelparkette aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sind der Werkstatt von Carl Leistler (1843) zuzuordnen. Die fein ausgearbeiteten Marketeriedekore belegen die hohe handwerkliche Qualität der historischen Tischler- und Parkettkunst und stehen teilweise in Zusammenhang mit frühen technischen Innovationen Michael Thonets im Bereich verleimter und gebogener Holzelemente.

Die Restaurierung umfasste rund 1.000 m² Parkettfläche und erstreckte sich über vier Jahre. Der Erhaltungszustand war zu Beginn äußerst kritisch, da infolge von Kriegsschäden am Dach während des Zweiten Weltkriegs über längere Zeit Feuchtigkeit in das Gebäude eindrang. Dadurch wurden die Parkette großflächig durchnässt, Furniere lösten sich, Intarsieneinlagen zerfielen und die Trägerkonstruktionen wurden erheblich geschädigt.

Nach dem Abtrag späterer Bodenaufbauten wurden die gelösten Furniere und Intarsienelemente in aufwendiger Handarbeit mit Glutinleim wieder angesetzt und ergänzt. Fehlstellen wurden unter Anwendung historischer Techniken mit gedämpften und gebogenen Holzelementen neu gefertigt. Die Reinigung erfolgte mittels Trockeneisverfahren, wodurch verschmutzte Wachsschichten schonend entfernt werden konnten. Den Abschluss bildeten eine leimgebundene Sperrschicht sowie eine matte Öl- und Wachsbehandlung, abgestimmt auf das historische Erscheinungsbild der Parkette.

Titusz Bogdandy · Restaurator und bildender Künstler · Österreich / Ungarn
bottom of page